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18.1.1914
Arno Schmidt wird geboren

Anlässlich des hundertsten Geburtstags von Arno Schmidt, der am 18. 1. 1914  geboren wurde,gibt es aktuell die Sonderausstellung „Arno Schmidt 100“ im Bomann-Museum zu sehen. Am 02.05. feierte im Schlosstheater in Celle das Stück „Seelandschaft mit Pocahontas“ eine  von Bernd Rauschenbach verfasste Bühnenfassung des gleichnamigen Romans Arno Schmidts Uraufführung, welches bis zum 22.05. noch gespielt wird.

Die Geschichte spielt im Jahr 1953 in der unmittelbaren Nachkriegszeit im von Adenauer regierten, immer mehr christlich geprägten Deutschland, das sich in einem deutlichen Wirtschaftsaufschwung befindet. Unter diesen Umständen treffen sich die beiden alten Kriegskameraden Joachim (Jörn Hentschel) und Erich (Thomas Henninger von Wallersbrunn) wieder und verbringen einen gemeinsamen Urlaub am Dümmer, einem See in Niedersachsen. Joachim, der im Buch gleichnamig der Ich-Erzähler ist, wird in vielen Szenen durch sein Alter-Ego und Autor (gespielt von Friedhelm Ptok) auf faszinierende Art gedoppelt. So spricht in manchen Szenen sein Alter-Ego, der Teile der Geschichte erzählt oder Gedanken von seinem damals jüngeren Ich vorträgt, während dieser still steht und stumm die Lippen zu den Worten mitbewegt.
Auf ihrer Urlaubsreise lernen die beiden Freunde die jungen Damen Annemarie (Julia Malkowski) und Selma (Stefanie Lanius) kennen. Es dauert nicht lange bis sich Selma und Joachim verlieben, genau wie Erich und Annemarie.
Während der handfeste Malermeister Erich sich mit Annemarie am Champagner erfreut, gehen Joachim und Selma paddeln und führen lange Gespräche. Selma bekommt von Joachim den Kosenamen „Pocahontas“, der von einer Indianerprinzessin aus dem 17. Jahrhundert stammt.
Die Geschichte wird von einer äußeren Schönheit und Sorglosigkeit umgeben, die viel geschätzt wurde in der Nachkriegszeit: Bohnenkaffee, dicker Dümmeraal, Sonnenschein und Urlaub. Doch immer wieder wird dieses Bild getrübt durch den doch erst wenige Jahre zurückliegenden Weltkrieg.

Im Roman von Arno Schmidt beginnt jedes Kapitel mit einem bei ihm sogenannten „Foto“, einer Momentbeschreibung, welcher dann Handlung und Dialoge folgen. Auch dies wird im Stück aufgegriffen dadurch, dass Joachim viel fotografiert und Wechsel des Bühnenbilds jedes Mal mit einem Fotogeräusch angekündigt werden.

Alles in allem kann man festhalten, dass es Bernd Rauschenbach in Zusammenarbeit mit Regisseur Kalle Kubik sehr gut gelungen ist, die Atmosphäre einer der wohl schönsten deutschen Liebesgeschichten einzufangen und auf die Bühne zu transportieren. Der Zuschauer wird mit einem Stück konfrontiert, das nicht von seiner Handlung, sondern von seiner Atmosphäre lebt. Die Wortgewalt mit der Arno Schmidt unter anderem auch die Liebesszenen in seinem Buch beschreibt wird auf der Bühne bestmöglich wiedergespiegelt. Dies alles sorgt dafür, dass „Seelandschaft mit Pocahontas“ letztlich zu einem faszinierenden Stück mit einer noch faszinierenderen Geschichte wird, die einen auch noch weit nach Ende des Theaterabends gefesselt hält.

Autor/Autorin:  Jonny, 15 Jahre
Arnoschmidt

Bild von Jens Rusch
© German Wikipedia user Jens Rusch [GFDL (http://www.gnu.org/copyleft/fdl.html) or CC-BY-SA-3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)], via Wikimedia Commons
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